Lynchian in HD

Manchmal sorgt der Blick in die beinahe täglichen BD Veröffentlichungslisten noch für eine positive Überraschung. Bei mir war es entsprechend letzte Woche die begeisternde Erkenntnis, dass eine David Lynch-Box mit dreien seiner Werke – Lost Highway, Mulholland Drive und Inland Empire – auf den Markt und heute dann endlich in meine Sammlung kommt.

Die drei Amaray-Cases kommen in einer stabilen Pappbox – und nicht in solchen lapprigen Dingern wie sonst üblich -, die aufwendig bedruckt ist und insgesamt einen ordentlichen Eindruck macht. Einzig der fette blaue FSK16 Aufkleber stört, zumal er zwar nur ein Aufkleber ist, ich mir aber ziemlich sicher bin, dass er mir beim Abziehen die Box zerlegen würde.
Die Filme selber sind klassisch verarbeitet und kommen alle mit einem Wendecover, so dass man zumindest hier der FSK die lange Nase zeigen kann!

Die technischen Daten klingen auch erst mal sehr ansprechend: Alle drei Filme liegen in 1080p in 16:9, nebst Deutscher und Englischer 5.1 DTS-HD Master Spur vor.
Gerade im Bereich der Tonspuren, kann sich da so manch anderer eine Scheibe abschneiden, da sonst die Deutschen Spuren eher nicht ganz so hochwertig sind und man mit normalem DTS abgespeist wird.

Ich merke aber lieber gleich vorab an, dass Lynch bei seinem jüngsten Film – Inland Empire – ankündigte nicht mehr mit klassischen Filmkameras, sondern mit DV Kameras zu arbeiten. Dementsprechend entstand das gesamte Werk mit einer Sony DSR-PD150, wodurch kein HD fähiges Quellmaterial zur Verfügung stand und das sieht man dann auch deutlich.

Das beiliegende Bonusmaterial ist 1:1 von den vorherigen DVDs übernommen worden und liegt nicht in HD vor – was ich persönlich bei dem zusätzlichen Kram für erträglich halte.

Die nächsten Abende wird das Ganze dann entsprechend gesehen und dann kann ich auch was zu der wirklichen Qualität der Umsetzung in Bild und Ton sagen und gegebenenfalls nochmals etwas meckern.

 

Insgesamt für gegenwärtig 32,99€ – als 11€ pro Film – ist es eine sehr schöne und vor allem passige Anschaffung, die sich makellos in die positive Tradition der StudioCanal Veröffentlichungen einreiht und Lust auf mehr macht!

Die richtige Einstellung machts!

Heimkinos sind eine feine Sache, denn als cinophiler Zeitgenosse macht man sich (etwas) vom Fernsehprogramm unabhängiger, kann seine Filme in ihnen entsprechender Präsentation genießen und auch mal ein bisschen Musik hören.

Zusätzlich kann man sich herrlichst alle paar Tage über die bescheidene deutsche Fernsehinfrastruktur aufregen, was angeblich gut für den Kreislauf ist.
Während die restliche zivilisierte Welt – insbesondere die asiatische Länder, wo die meisten Fernseher auch herkommen – eine flächendeckende zumindest digitale, besser sogar hochauflösende Fernsehkanalgrundversorgung haben, ist hierzulande ja terrestrich noch fast state-of-the-art.
Es wirkt in diesem Zusammenhang dann schon fast tragisch-komisch, wenn man Vertreter diverser Elektroketten fachsimpeln hört, warum da eigentlich ein HD fähiger Tuner eingebaut sei, nutzt ja eh keiner.

Nichts destro Trotz, ein toller Fernseher/Beamer nützt und wirkt nur halb so viel, wenn er nicht ordentlich eingestellt ist.
Leider Gottes sind die Werkseinstellungen eigentlich immer ein grausiger Hybridkompromiss zwischen allen möglichen gängigen Sehvariabelen wie Beleuchtung, Eingabequelle, Bildqualität, Firmenphilosophie und der willkürlichen Laune der entsprechenden Entwicklungsabteilung.

Gerade als Einsteiger tappt man dann schließlich trotz Optimierungswillen schnell hilflos in den Untiefen des Bildeinstellungsmenüs und seiner sklavischen Untermenüs herum und weiß nicht so recht was man mit der eines Frankenstein würdigen Schalterflut anfangen soll.

Aber wie eigentlich bei allem Anderen auch schafft das Internet dazu schnell Abhilfe!
Folgende Seite kann ich diesbezüglich unbedingt empfehlen: hdtvtest.co.uk
Die Mädels und Jungs aus England haben nicht nur wirklich Ahnung von der Materie, sondern auch genug Zeit alle wichtigeren und gängigen HD-Fernseher auf Herz und Nieren zu überprüfen und anschließend ein optimales Setting zur Eigenheimnutzung zu veröffentlichen.

Und so funktionierts:

Von der Hauptseite geht man in die Sparte ‘All Reviews’ und sucht sich hier sein Fernsehmodell heraus. Natürlich ist hier nicht abschließend jede Zollgröße jeder Modellreihe getestet, aber einen entsprechenden Verteter findet man eigentlich immer.
Einfach den Modellnamen nehmen, darin nach der eigenen Zollgröße suchen und schauen welches Modell getestet wurde.

Mein eigener Fernseher ist zum Beispiel der Samsung LE37B650, wobei sich die Bezeichnung wie folgt aufschlüsselt:

  • LE              =>   Art des Fernsehers, hier LE für LED. (P=Plasma, etc.)
  • 37              =>   Die Bildschirmgröße in Zoll
  • B                 =>   Die Generation. So war es in 2009 A, in 2010 B und mittlerweile C
  • 650           =>   Die eigentliche Modellreihe

In der Aufzählung muss ich folglich nun nach einem LE**B650 suchen, den man dann auch als LE40B650 findet.
Die durch das Setting angesteuerte Bildelektronik unterscheidet sich in den Serien eigentlich nicht.
Hat man keinen Samsung Fernseher, muss man mit etwas Hingabe einfach den Firmencode selbst auseinandernehmen. Erfahrungsgemäß reicht es dazu sich auf der Herstellerseite die Fernseher anzeigen zu lassen und diese etwas miteinander zu vergleichen.

Haben wir nun den entsprechenden Test, kann man sich entweder einmal durchlesen, was die Fachleute eigentlich so über das erworbene Modell denken, oder direkt in die Sektion ‘Settings’ springen, wo alle nötigen Einstellungen übersichtlich aufgeführt sind.
Sollte man Probleme mit der Übersetzung der englischen Menüpunkte haben, hilft es wohl das Menü des eigenen Fernsehers auf Englisch zu stellen und dann einfach abzutippen.

Ansonsten sei hier deutlich anzumerken, dass die angegebenen Einstellungen zielgerichtet auf die Darstellung von Filmen mit höherer digitaler Qualität – sprich DVD oder BD – ausgelegt sind und entsprechend das typische deutsche analoge Fernsehbild gar grausig darstellen.
Erfreulicherweise unterstützen heutige Fernseher meist multiple Darstellungsprofile, so dass man die vorgegebnen Einstellungen für sein Filmsetting übernehmen sollte, während man ein weiteres für das normale Fernsehen in Vorhalte hat.

Von der Wirkung:
Sagen wir mal so, als bildtheoretischer Laie hatte ich bereits in einigen Seancen versucht an den Geist der Maschine in meinem Fernseher zu appelieren und war einigermaßen mit dem Ergebnis zufrieden.
Nun habe ich mich an die Profis gehalten, die Einstellungen eins zu eins übernommen und als Quellmaterial die an sich schon unglaublich gut restaurierte BD zu “Zurück in die Zukunft” eingeschmissen.
Ein Wort zum Ergebnis: Geil ;)

In diesem Sinne: ordentlich kalibrieren, weiter ordentliches Quellmaterial füttern und zweites ‘Boah, ey!’ Erlebnis nach dem Kauf und erstem Einschalten des HD-Fernsehers haben.

Da bekannterweise im September die Star Wars Doppeltriologie Hexalogy auf Blu-Ray erscheint und ich gerade mein Leben etwas danach ausricht… mich dezent darauf freue, wird das Heimkino und seine Einrichtung hier auch noch häufiger Thema sein.
Wenn ich mir nämlich das gegenwärtige Gejaule meines Subwoofers bei entsprechenden Basstiefen anschaue, wird mir Angst und Bange, wenn ich da an die Eröffnungsszene von Episode IV denke…

Ein blechern rumhüstelnder Sternenzerstörer – oh mon dieu!